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Prien: Abschaffung der Schulpflicht wäre eine Katastrophe – für die Kinder

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BERLIN. Im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt plädiert die AfD für das Recht von Eltern, Kinder zu Hause zu unterrichten. Die Bundesbildungsministerin hält das für falsch. Und lenkt den Blick auf die Kitas.

Isolation. (Symbolbild.) Illustration: News4teachers

Bundesbildungsministerin Karin Prien wendet sich strikt gegen die von der AfD in Sachsen-Anhalt geforderte Abschaffung der allgemeinen Schulpflicht. «Die Schulpflicht aufzugeben, wäre gesellschaftspolitisch eine Katastrophe», sagte die CDU-Politikerin. Stattdessen sollte man aus Sicht der Ministerin «eher über verpflichtende Ansätze in der Kita nachdenken».

Die AfD plädiert in ihrem Programm zur Landtagswahl an diesem Sonntag unter der Überschrift «Bildungspflicht statt Schulzwang» für eine Wahlfreiheit zwischen Schul- und Hausunterricht. Kinder, die zu Hause unterrichtet werden, sollen halbjährlich zentrale Prüfungen ablegen.

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Aus Priens Sicht wäre das der falsche Weg. «Ich halte die Schulpflicht für eine der großen Errungenschaften des modernen Rechtsstaats», sagte die Ministerin. «Kinder brauchen Schule als Lern- und als Lebensort. Kindern, die nicht in die Schule gehen, drohen erhebliche psychische Beeinträchtigungen.» In der Schule träfen sich Menschen unterschiedlicher Milieus, sie seien Orte der Integration und sozialen Interaktion. «Die Menschen bewegen sich ohnehin schon viel zu viel nur in ihren Blasen», sagte Prien.

Verpflichtendes Kita-Jahr?

Der Staat zwinge Kinder keineswegs in staatliche Schulen. Vielmehr könnten sich Eltern für private Alternativen mit unterschiedlichen Konzepten entscheiden, zum Beispiel für kirchliche oder Montessori-Schulen. Für diese Schulen gebe es jedoch eine staatliche Aufsicht und gemeinsame Regeln.

Prien sagte auch: «Einen verpflichtenden Besuch der Kita und zusätzlicher Bildungsangebote in der Kita ein Jahr vor der Schule halte ich für zwingend erforderlich bei den Kindern, bei denen wir einen Förderbedarf feststellen.» Das jetzt in Baden-Württemberg angekündigte Pflicht-Kita-Jahr für alle wäre eine Variante, fügte sie hinzu. «Aber wenigstens Kinder mit besonderem Förderbedarf sollten im letzten Jahr vor der Schule in der Kita sein.» News4teachers / mit Material der dpa

Gastkommentar: Warum die Schulpflicht mehr bedeutet als Wissensvermittlung allein

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24 Kommentare
Hansjoachim
9 Tage zuvor

Und welche Katastrophe ist in Österreich eingetreten, wo es das Homeschooling gibt?

Hansjoachim
9 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Das beantwortet nicht die Frage, wie sich das in Österreich ausgewirkt hat.
„… und Eltern glauben, ihre Kinder von Einflüssen, die sie ‚kontaminieren‘ könnten, fernhalten zu müssen.“
Zum Beispiel von Mobbing, Lärm und Gewalt. 🙂
Aber das ist auch typisch für stenge Religionen, und die haben doch ihre eigenen Privatschulen. Da werden die Kinder von den „falschen“ Religionen und den Atheisten abgeschirmt. Und politisch bleiben die „Bubbles“ auch unter sich. Wo reden denn heutzutage noch die Linken mit den Rechten? Sie schimpfen doch nur aufeinander und verteufeln einander. Das ist auch hier im Forum sichtbar.

NB: Es wird immer vergessen, dass Homeschooling kein Massenphänomen ist, es betrifft in Österreich laut Dr Google nur ca. 2000, also ca. 0,2 % aller Schüler, weil es entsprechend restriktiv gehandhabt wird. Die Demokratie ist dadurch nicht gefährdet.

Bla
9 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Und das ist jetzt nicht gegeben?

Didi
9 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Ganz und gar nicht. Es gibt Studien aus den USA und der Schweiz, die belegen, dass Homeschooling glücklicher und gebildeter macht. Es ist wirklich ärgerlich, dass man hier unhaltbare Aussagen macht.

Walter Hasenbrot
7 Stunden zuvor
Antwortet  Didi

Würden Sie die Studien mal verlinken?

Küstenfuchs
4 Stunden zuvor
Antwortet  Didi

Es gibt aber auch Studien, die genau das Gegenteil belegen.

dickebank
9 Tage zuvor
Antwortet  Hansjoachim

Haider, Kurz, Kickl, Strache etc.

Eva
9 Tage zuvor

Ein Staat, der so auf die Schulpflicht besteht, diese aber gar nicht umsetzen kann, weder personell noch finanziell, ist einfach rundum unglaubwürdig. Deutschland und Schweden sind europaweit die einzigen Länder, die an der Schulpräsenzpflicht festhalten. In allen anderen Ländern läuft das wesentlich besser, sieht man auch deutlich an der PISA.

Walter Hasenbrot
7 Stunden zuvor
Antwortet  Eva

Wie kommen Sie darauf, dass in Deutschland die Schulpflicht nicht umgesetzt würde?

Küstenfuchs
4 Stunden zuvor
Antwortet  Eva

Ich wundere mich manchmal, welch dumme Argumente in einem Bildungsforum gebracht werden. PISA ist der Vergleich von Schulkindern, also Kindern, die in Präsenz unterrichtet werden. Aus PISA-Ergebnissen auf die Wirksamkeit von Homeschooling zu schließen, ist ungefähr so, als wollte man aus einem TÜV-Bericht über Autos die Qualität des Bahnverkehrs ableiten.

Stefanie
9 Tage zuvor

Ich finde, bei dieser Diskussion wird eine ganz wichtige Seite vergessen. Auch die Präsenzpflicht kann Kinder psychisch krank machen. Das ist leider keine Theorie, sondern Realität für viele Familien.

Es gibt Kinder, die durch Mobbing, chronische Erkrankungen oder Neurodivergenz wie Autismus im Schulgebäude so stark belastet und überfordert werden, dass sie irgendwann nicht mehr können. Sie entwickeln Ängste, verweigern die Schule oder sind psychisch völlig erschöpft. Und trotzdem gibt es für diese Kinder kaum rechtliche Alternativen, wenn sie weiterhin Bildung erhalten sollen.

Genau deshalb finde ich, dass man über eine reine Bildungspflicht viel offener sprechen muss. Es geht doch nicht darum, Kindern Bildung vorzuenthalten oder sie einfach zu Hause zu lassen. Es geht darum, ihnen Bildung zu ermöglichen, ohne sie dafür krank machen zu müssen.

Ich wünsche mir eine Politik, die nicht nur fragt, wie wir Kinder zurück ins Schulgebäude bekommen, sondern auch, was wir tun können, wenn genau dieses Schulgebäude für ein Kind zum Ort des Leidens geworden ist.

Denn Bildung sollte für jedes Kind möglich sein. Aber sie sollte nicht auf Kosten der psychischen Gesundheit gehen.

Alese20
9 Tage zuvor
Antwortet  Stefanie

Dem kann ich nur zustimmen

Christin Sieber
8 Tage zuvor
Antwortet  Stefanie

Genauso sehe ich das auch!!!

K.
9 Tage zuvor

Ich kann mich dem Kommentar von Stefanie nur anschließen. Wenn jetzt eine politische Debatte ausschließlich darüber entfacht wird, dass Kinder durch die Schulpflicht vor einer „gefährlichen Bubble“ bewahrt werden müssen, sind die Verlierer seelisch behinderte und chronisch kranke Kinder, die nur noch über eine Fernschule einen Schulabschluss erreichen können. Bei diesen Kindern muss eine Ausnahme von der Schulbetretungspflicht leichter möglich sein. Denn betreten können sie die Schule nicht. Das ist essentiell , damit diese Kinder überhaupt an der Gesellschafft teilnehmen können und Chancengleicheit besteht. Es darf nicht sein, dass sich pflegende Eltern vor Gericht diese Befreiung weiterhin trotz ärztlichen Attesten erstreiten müssen, weil das Gesetz keine Ausnahmen vorsieht. Diese Kinder sind nicht dumm. Für sie gibt es aktuell keine Hilfen. Bitte schaut bei der Debatte hin. Diese Kinder dürfen nicht die Opfer einer politischen Instrumentalisierung des Themas werden.

Der Erklärbär
8 Tage zuvor
Antwortet  K.

Das sind dann allerdings die Kinder, die von der AfD direkt ins Lager gesperrt werden.

Homeschooling nach Vorstellung der AfD ist ideologische Schulung echter doitscher Kinder durch ihre echten doitschen Eltern, um sich unkritische, gehirngewaschene Gefolgschaft heranzuzüchten.

Vago
8 Tage zuvor

Das ist mir zu kleinkariert gedacht. Mittlerweile gibt es viele Menschen, die keineswegs dem rechten politischen Lager angehören und sich dennoch für eine Bildungspflicht anstelle einer starren Schulanwesenheitspflicht sowie für alternative Bildungswege einsetzen.

Und wenn hier von einer bestimmten „Bubble“ gesprochen wird, sollte man auch hinterfragen, in welcher Bubble wir uns bewegen, wenn wir das bestehende Schulsystem als alternativlos betrachten. Auch die klassische Schule ist schließlich ein System mit Strukturen und Grundannahmen, die man kritisch diskutieren darf und soll: frühe Selektion, Lernen im Gleichschritt, wenig Raum für Individualität, soziale Ungleichheit, veraltete Strukturen, die starke Reduzierung von Leistung auf Noten, Probleme bei der Digitalisierung sowie Gewalt und Mobbing, die an manchen Schulen zum Alltag gehören!

Didi
9 Stunden zuvor
Antwortet  Vago

Sehr richtig.

Ale
8 Tage zuvor

ich bleibe dabei: während Corona waren die Schulschließungen für viele deren Wähler das schlimmste. jetzt soll homeschooling die Lösung sein und zwar nicht nur ein paar Monate. mich stört dieses ständige hin und her ohne Plan massiv.

Didi
9 Stunden zuvor

Unabhängig von der AfD gibt es Homeschooling in etlichen europäischen und außereuropäischen Ländern. Was sind die Gründe: in der Schweiz gibt es eine Studie, nach der fast ausschließlich die Hochsensiblen lieber zu Hause lernen. Mit Erfolg. In den USA laut Studien sind es Sicherheitsgründe (auch hier in Deutschland sind wir an etlichen Schulen auch bei den amerikanischen Verhältnissen angekommen), Leistung (gerade bei sozial schwächeren Familien ist die Leistung im Homeschooling signifikant besser!!!), Entfernungen, religiöse Gründe… Hier in Deutschland werden immer die Parallelgesellschaften angeführt als Grund, warum es Homeschooling nicht geben sollen. Wir haben hier in Deutschland allerdings etliche Parallelgesellschaften. Gehen zum Beispiel Österreich, die Schweiz, GB unter, weil es Homeschooling gibt? Nein, natürlich nicht. Hier kann ich der Ministerin nicht beipflichten. Laut Pisastudie (heute in der WELT) empfinden viele Schüler die Schule als Zeitverschwendung. Kein Wunder, wenn der Unterricht ausfällt, wenn man nicht im eigenen Tempo lernen kann, wenn Schule krank macht… Ich finde, dass Wahlfreiheit Bildung insgesamt aufwertet. Abgesehen davon fordert die AfD regelmäßige Prüfungen ein bei Homeschooling Von Parallelgesellschaften abseits vom Lehrplan kann nicht die Rede sein, liebe Redaktion (so unten von Ihnen als Argument angeführt). Man muss sich genau erkundigen, wenn man argumentiert. Ich finde Homeschooling unabhängig von parteilichen Forderungen sehr sinnvoll, auch für Deutschland. Bildung bekäme wieder einen anderen Stellenwert. Man darf Inhalte schön finden.

Walter Hasenbrot
7 Stunden zuvor
Antwortet  Didi

Sie behaupten ja so einiges. Könnten SIe dafür Belege und Quellen angeben?

Dass Leisiungen von Schülern im Homeschooling pauschal besser sein sollen, halte ich für wenig glaubwürdig.

Walter Hasenbrot
7 Stunden zuvor

Eltern, die Ihre Kinder schlagen oder sonstwie missbrauchen, würden sich über eine Aufhebung der Schulpflicht freuen.

Wenn das Kind isoliert wird, bekommt die Misshandlung kein Außensthender mehr mit.

Susanne M.
1 Stunde zuvor

Eine Schulpflicht müsste auch den Staat in die Pflicht nehmen, ein hochwertiges Angebot zu liefern. Mit Stundenausfall und maroden Schulgebäuden liefert er nicht, wie er müsste. Die Problematik ist teilweise hausgemacht, weil man nämlich Junglehrer gerne mit dem Schweinezyklus angestellt hat. Und das System selbst ist unterfinanziert.
So wird aus Schulpflicht nur allzu oft eine Schulgebäudeanwesenheitspflicht. Das hier Diskussionen aufkommen, ist nur verständlich.
Jetzt kommt der Vorstoß aber von der AfD….
Anstatt ihn deshalb gleich zu verdammen, wäre mir lieber, die demokratischen Kräfte würden die Diskussion an sich nehmen und selbst führen, anstatt sich von der AFD vorantreiben zu lassen.